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rotkäpchen

Diäten und was sie mit uns machen

Ich möchte versuchen euch hier zu zeigen, wie gefährlich und ineffektiv Diäten sind. Obwohl ich vieles davon schon früher wusste, hab ich immer gedacht, „jaja, Jojo-Effekt, da muss man aber auch schon blöd sein, wenn man sich gleich nach der Diät wieder Pommes reinfährt.“, „Essstörung? Ich doch nicht!“, „Diäten funktonieren nicht?  Ja, aber doch nur weil ihr sie alle nicht durchhaltet!“ „Mir wird es nicht so gehen.“ Und wo hat mich das ganze hingeführt? Also, hier etwas Information, damit manche vielleicht früher klüger werden als ich. (Das Wort "Diät" ist hier immer im engeren Sinne gemeint, also als eine Möglichkeit abzunehmen, nicht nur eine bestimmte Ernährungsweise)

Inhalt:

Diäten sind gefährlich

Diäten funktionieren nicht

Das Minnesota Hunger Experiment

 

Diäten sind gefährlich

Sie arbeiten gegen die natürliche Funktionsweise des Körpers. Und die natürliche Reaktion des Körpers auf Hungern, ist, dass er alles tut um viel Essen zu bekommen. Und von dem wenigen was man isst so viel wie möglich zu nutzen, und vom Körperfett so wenig wie möglich herzugeben. Denn in so einer „Krisenzeit“ braucht er das ja.

o    Der Stoffwechsel fährt bis zu 40%  runter (das kann schon innerhalb von 48 Stunden passieren)

o    Dadurch, dass man den Hunger ignoriert, werden subtile Hungergefühle nicht mehr wahrgenommen und nur noch sehr großer Hunger gelangt ins Bewusstsein (-> Fressanfälle)

o    Sättigungsgefühle werden schwächer

o    dadurch ist es möglich, wenn wieder Essen zur Verfügung steht mehr zu essen um für eine neue Hungerphase vorzusorgen (-> Fressanfälle)

o    Essens-Obsessionen und Heißhunger sind die natürliche Folge von Hungern

o    Der Körper sendet die starke Botschaft aus, dass man essen soll (-> Fressanfälle)

o    Hungern führt zu psychologischen Problemen wie Depressionen und Stimmungsschwankungen (Dadurch, dass man wieder normal isst, können sie verschwinden) Mir ging es während des Abnehmens fast immer schlecht. Und ich hatte auch eine Zeitlang mit Depressionen zu kämpfen. Ich weiß nicht, ob das Diäthalten der einzige Grund dafür war, aber mittlerweile geht es mir schon besser.

o    Fressanfälle sind also quasi vorprogrammiert, sie sind die natürliche Reaktion des Körpers

o    Diäten können leicht in eine Essstörung führen; nach einem Fressanfall sind wir noch strenger mit unserer Diät und der Teufelskreis beginnt von neuem

o    Wer Diät hält hat erhöht die Wahrscheinlichkeit essgestört zu werden um den Faktor 18!

o    Die Wahrscheinlichkeit für Fressanfälle, ist für Leute die Diät halten 12 mal so groß.

 

Diäten funktionieren nicht

o    Anstatt dass wir lernen auf Hunger und Sättigungsgefühle zu achten und unseren Körper bewusst wahrzunehmen, legen wir ihm von außen Regeln auf.

o    Diäten vermitteln die Botschaft, dass Gewichtsverlust unser Selbstbewusstsein und unsere Liebe zu uns Selbst verstärkt, das stimmt nicht! Das Abnehmen hat mein Selbstbewusstsein komplett ruiniert. Ich schäme mich heute für meinen Körper obwohl ich ein paar Kilo leichter bin. Früher war ich selbstsicher und fröhlich

o    Es kommt zum Jojo-Effekt; wenn man wieder mehr isst, legt man mehr wieder zu als man vorher abgenommen hat, da die Stoffwechselrate verringert ist

o    Beim Abnehmen verliert man Fett und Muskelmasse, was man wieder zunimmt ist aber ausschließlich Fett.  Durch das ständige auf und ab, verlieren wir Muskeln und nehmen Fett zu!

o    Durch Diäten kann sich dein Set-point nach oben verschieben

o    98% der Leute die eine Diät machen, wiegen später mehr als vorher

o    Man setzt sich unrealistische Ziele.

o     „Versagen“ ist vorprogrammiert und somit auch Schuldgefühle, Selbsthass, schlechte Laune


Das Minnesota Hunger Experiment (Ancel Keys, 1944 und 1945)

 

Ziel der Studie war, die Bedürfnisse hungernder Menschen zu erforschen und wie man sie am besten wieder aufpäppeln kann. Denn während des zweiten Weltkriegs hatten viele Menschen Hungern müssen.

 

Die Teilnehmer waren 40 junge Männer. Die Auswahlkriterien beinhalteten psychologische Stabilität, guten sozialen Rückhalt, gute Stimmung, Motivation, gute Bildung, Aktivität und Gesundheit. Die Männer waren also alles andere als labil!

 

Für 3 Monate hielten sie eine Diät von 1600 kcal pro Tag ein. Sie verloren so etwa 2 Kilo pro Woche und 25% ihres Körpergewichts (Bedenkt auch, Männer haben einen höheren Leistungsumsatz und nehmen im Allgemeinen schneller ab).

 

Was ist passiert?

Die Effekte waren dramatisch. Ein solches Experiment würde heute von einer Ethikkommission nicht mehr genehmigt werden.

 

Körperliche Effekte

o    Ihre Ausdauer halbierte sich

o    Ihre Kraft reduzierte sich um 10%

o    Ihre Stoffwechselrate verringerte sich um 40%

o    Ihr Herzvolumen schrumpfte um 20%

o    Der Puls und die Körpertemperatur sanken

o    Sexuelle Funktion und Hodengröße verringerten sich

o    Sie verloren jegliches Interesse an Sex

o    Sie zeigten alle Anzeichen von vorzeitigem Altern

o    Es gab Klagen über;

o    Ständiges Frieren

o    Müdigkeit

o    Hunger

o    Konzentrationsprobleme

o    Schwächeanfalle

o    Visuelle Störungen

o    Klingeln in den Ohren

o    Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Extremitäten

o    Bauchschmerzen

o    Kopfschmerzen

o    Gliederschmerzen

o    Schlafprobleme

o    Dünnes Haar

o    Trockene und dünne Haut

 

o    Psychologische Effekte

o    Nervosität

o    Ängstlichkeit

o    Apathie

o    Zurückgezogenheit

o    Ungeduld

o    Sie wurden selbstkritisch

o    Gestörtes Körperbild

o    Sie Fühlten sich zu dick

o    Sie waren Launisch

o    Depression

o    Manche verletzen sich selbst

o    Sie verloren ihren Antrieb

o    ihr Selbstwertgefühl verringerte sich

o    Ihre kulturellen und Akademischen Interessen verringerten sich

o    Sie vernachlässigten ihr Äußeres

o    Sie wurden Einzelgänger

o    Ihre sozialen und familiären Beziehungen litten

o    Sie verloren ihren Humor und ihre Leidenschaft

o    Sie wurden besessen von Essen

o    Sie dachten, redeten und lasen ständig darüber

o    Sie entwickelten seltsame Essensrituale

o    Sie tranken enorme Massen an Kaffe und Tee

o    Sie kauten ständig Kaugummi

o    Es kam zu Fressanfällen

 

Als die Männer wieder essen durften, hatten sie einen unstillbaren Appetit, sie fühlten sich nie satt. Auch nach fünf Monaten hatten manche noch ein dysfunktionales Essverhalten. Bei den meisten normalisierte es sich allerdings wieder. Ihre Stoffwechselrate normalisierte sich und sie nahmen wieder zu. Aber nach drei Monaten hatte keiner von ihnen, seine frühere Kraft und Ausdauer wiedererlangt.

 

Ich nehme an einigen von euch kommt eine Menge davon bekannt vor. Diese Männer hatten keine seelischen Probleme, sie haben mehr gegessen als heutzutage von den meisten Diäten vorgeschrieben wird und trotzdem entwickelten sie diese erschreckenden Symptome. Diäten allein können uns krank machen. Ihr seht wie gefährlich es sein kann. Ich sage nicht, restriktives Essverhalten ist der einzige Grund für Essstörungen aber es ist ein Teil davon. Viele dieser Symptome kommen durch das Hungern und können allein durch ein normales Essverhalten wieder verschwinden.

 

Quellen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Minnesota_Starvation_Experiment

http://www.bulimiahelp.org/page/mindset